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Gründen aus Komponenten

Professor Faltins Teekampagne als Blaupause

Die Teekampagne von Professor Faltin kennt wahrscheinlich jeder. Zumindest jeder, der Günter Faltins Buch „Kopf schlägt Kapital“ gelesen – oder wie ich – verschlungen hat.

Der Untertitel des Buches lautet „Die ganz andere Art, ein Unternehmen zu gründen“ und trifft damit den Puls der Zeit. Es gibt viele gute Bücher und Videos und unzählige Aufsätze über das Thema Entrepreneurship. Dieser Beitrag handelt von einer Spezialdisziplin und zwar dem Gründen aus Komponenten.

Warum man als Gründer nicht als selbst können (und machen) muss

Der Gedanke des Gründens aus Komponenten ist sicherlich nicht neu und manche bezeichnen das einfach als Outsourcing. Aber das würde dem Gedanken hinter dem Gründen aus Komponenten nicht gerecht werden.

Wer kenn ihn nicht, den Spruch: „Selbständig bedeutet selbst und ständig.“. Ein Mythos der sich bei vielen Gründer ins Gehirn gebrannt hat. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum sich nicht mehr Menschen für den Weg in die Selbständigkeit entscheiden. Und die klassische Gründungsberatung ist sicher nicht ganz unschuldig daran. Natürlich kann es nicht schaden, ein paar kaufmännische Grundlagen zu beherrschen, aber muss ein Gründer wirklich die komplette Klaviatur der Betriebswirtschaft spielen? Von Controlling, Rechnungswesen und Bilanzierung über Arbeits-, Unternehmens- und Steuerrecht bis zu Personalführung, Management, Marketing und Vertrieb? Dies Aufzählung könnte man noch unendlich fortsetzen.

Doch was genau möchte ein Gründer? Er hat eine Idee und möchte sie umsetzen. Daher geht Professor Faltins Ansatz für die Kompetenzen, die ein Gründer mitbringen sollte in eine andere, modernere Richtung. Demnach sollte ein Gründer seine Kraft in erster Linie darauf verwenden, sein Konzept zu entwickeln. Danach muss das Konzept implementiert und stetig weiterentwickelt werden. Dann müssen Mitarbeiter für das eigene Konzept begeistert werden. Natürlich müssen auch bei der Gründung aus Komponenten Richtungsentscheidungen vorbereitet und getroffen werden.

Der Entrepreneur als Komponist

Professor Faltin versucht Gründen nach seiner Philosophie mit einer Komposition zu vergleichen. Er spricht aus jahrelanger Erfahrung in seiner Projektwerkstatt und weiß, dass mangelnde betriebswirtschaftliche Kenntnisse immer wieder Ängste schüren und sich kaum jemand vorstellen kann, dass man auch ohne Doktortitel in BWL und nur mit einem guten Konzept gründen kann.

Der Entrepreneur als Komponist könnte beispielsweise so aussehen:

–          Einkauf über standardisierte Märkte, Börsen oder Auftragsproduktionen

–          Bürodienstleister einsetzen

–          Verwaltung, Rechnungswesen abgeben

–          Logistikdienstleister (Transportieren, Lagern, Abpacken, Versenden) einsetzen

Alleine dadurch, dass der Gründer diese Schritte einleitet, kann er sich darauf konzentrieren, sein Konzept zu veredeln.

Das gewählte Bild des Gründers als Komponenten ist auch deshalb ideal gewählt, da es verdeutlicht, dass Entrepreneure nicht unbedingt etwas Neues erfinden, sondern lediglich Vorhandenes neu kombinieren, also bestehende Komponenten zu etwas Neuartigem zusammenführen. Das Unternehmen besteht also aus dem gedanklichen Geschick, externe Komponenten in ein Konzept einzupassen. Somit bleibt als Managementaufgabe für den Gründer, die Komponenten zu koordinieren und aufeinander abzustimmen.

Die Vorteile liegen auf der Hand

Wenn man sich als Entrepreneur für die Gründung aus Komponenten entschieden hat, müssen nur noch die richtigen Partner akquiriert werden. Hier lohnt sich die genaue Abstimmung der eigenen Vorstellungen mit dem Leistungs-Portfolio des potentiellen Partners. Denn wenn der Partner professionell seine Arbeit erledigt, wird auch das Unternehmen des Gründers als professionell wahrgenommen.

Vorausgesetzt, man hat die richtigen Partner an seiner Seite, ergeben sich eine Vielzahl von Vorteilen, die den Gründer statt zu einem überarbeiteten Selbständigen zum kraftgeladenen Entrepreneur machen. Von Anfang an sind fast keine Investitionen für das Unternehmen notwendig. Fixkosten fallen nur wenige an und die variablen Kosten im Grunde nur, wenn tatsächlich Bestellungen ausgelöst werden, also Umsatz generiert wird. Es gibt keinen großen Verwaltungsapparat, der aufgebaut und finanziert werden will. Und da die einzelnen Kompetenten von erfahrenen und kompetenten Partner geführt werden, tritt das Unternehmen von Beginn an professionell und hocheffizient auf.

Fazit

Die Teekampagne hat es vorgemacht und viele andere haben es nachgemacht. Was muss als Gründer nicht alles selbst können und machen. Wer aus Komponenten gründen will, braucht keine betriebswirtschaftliche Expertise, sondern ein ausgefeiltes Konzept, sorgfältig ausgewählte Partner für die einzelnen Komponenten und – wie überall im Leben – auch eine Portion Glück.

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Über Micha

Michael Noetzelmann ist gelernter Diplom-Verwaltungswirt, Projektleiter, Entrepreneur, Freigeist und Autor. Besonders wichtig sind ihm liberale Denkansätze und die breitgefächerten Themenbereiche Erfolg und Freiheit,

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