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Was ist eine Einnahmen-Überschuss Rechnung?

Die Einnahmen-Überschuss Rechnung?

Eine Einnahmen-Überschuss Rechnung dient zur Gewinnermittlung Ihres Unternehmens für das Finanzamt. Die Einnahmen-Überschuss Rechnung (EÜR) bildet die Bemessungsgrundlage für Ihre zu zahlenden Steuern. Wer freiberuflich tätig ist, ein Kleinunternehmen beziehungsweise eine Personengesellschaft, wie ein Einzelunternehmen oder eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts führt und damit weniger als 50.000 Euro (Wirtschaftsjahre ab 01.01.2016 – 60.000 Euro)  Jahresgewinn oder 500.000 Euro (Wirtschaftsjahre ab 01.01.2016 – 600.000 Euro) Jahresumsatz macht, der ist nicht verpflichtet eine doppelte Buchführung zu betreiben und eine Bilanz zu erstellen, sondern hat die Möglichkeit, seine Buchhaltung lediglich mit einer Einnahmen-Überschuss Rechnung zu dokumentieren.

Die EÜR ist auf Grund ihrer Einfachheit, im Vergleich zu einer Bilanz, weitaus kostengünstiger und unkomplizierter zu erstellen. Bei einer EÜR Rechnung werden lediglich Einnahmen und Ausgaben gegenüber gestellt. Das positive oder negative Ergebnis bildet Ihren Gewinn oder Verlust.
Die rechtliche Grundlage für die EÜR finden Sie im Einkommensteuergesetz (EStG) § 4 Abs. 3.

Dieser lautet Auszugsweise wie folgt:
„Steuerpflichtige, die nicht auf Grund gesetzlicher Vorschriften verpflichtet sind, Bücher zu führen und regelmäßig Abschlüsse zu machen, und die auch keine Bücher führen und keine Abschlüsse machen, können als Gewinn den Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben ansetzen.“

Nachzulesen unter: http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__4.html

Wie erstellen Sie eine EÜR?

Bei einer Einnahmen-Überschuss Rechnung ist eine übersichtliche Darstellung der Einnahmen und Ausgaben ausreichend. Hierfür können Sie sich in Excel zwei Spalten anlegen und dort Ihre Einnahmen und Kosten auflisten. Erläutern Sie Ihre Auflistungen anhand Ihrer Belegsammlung. Die Betriebseinnahmen sind in dem Wirtschaftsjahr anzusetzen, in welchem Sie eingegangen sind und die Betriebsausgaben in jenem, in dem sie ausgegangen sind. Dies verläuft nach dem sogenannten Zufluss-Abfluss-Prinzip.

Erforderliche Einzelaufzeichnungen:

•    Einnahmen und Ausgaben müssen für umsatzsteuerliche Zwecke nach Steuersätzen und steuerfreien Umsätzen dargestellt werden.
•    In ein Anlageverzeichnis sind nicht abnutzbare Wirtschaftsgüter aufzunehmen.
•    Eine Abschreibungsübersicht muss für die Abschreibung abnutzbarer Wirtschaftsgüter erstellt werden. Anzugeben ist hierfür das Anschaffungsdatum, Kaufpreis, Abschreibungsdauer.
•    In ein gesondertes Verzeichnis sollten Sie Wirtschaftsgüter mit einem Wert von über 150 Euro aufnehmen
•    Aufwendungen, welche nicht oder nur beschränkt abzugsberechtigt sind, müssen einzeln und getrennt von anderen Betriebsausgaben aufgezeichnet werden.

Nachfolgend ein Beispiel der IHK Berlin zur Aufgliederung Der Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben:

Betriebseinnahmen

  • Betriebseinnahmen zum allgemeinen Umsatzsteuersatz (netto)
  • Betriebseinnahmen zum ermäßigten Umsatzsteuersatz (netto)
  • Umsatzsteuerfreie Betriebseinnahmen
  • Sachentnahmen
  • Private Kraftfahrzeugnutzung
  • Private Telefonnutzung
  • Vereinnahmte Umsatzsteuer

Betriebsausgaben

  • Wareneinkäufe (netto)
  • Bezogene Dienstleistungen (netto)
  • Gehälter, Löhne für Arbeitnehmer
  • Abschreibungen
  • Aufwendungen für geringwertige Wirtschaftsgüter
  • Kfz-Kosten
  • Miete für Geschäftsräume
  • Eingeschränkt abziehbare Betriebsausgaben (Bewirtungskosten, Geschenke etc.)
  • Abziehbare Vorsteuerbeträge
  • Im Kalenderjahr an das Finanzamt gezahlte Umsatzsteuer

Zusammenfassung:

Für wen ist eine EÜR ausreichend?

  • Freiberufler, Kleinunternehmer, Personenfirmen
  • Jahresgewinn unter 50.000 Euro (Wirtschaftsjahre ab 01.01.2016 – 60.000 Euro)
  • Jahresumsatz unter 500.000 Euro (Wirtschaftsjahre ab 01.01.2016 – 600.000 Euro

Wenn Sie nicht die Pflicht haben, eine doppelte Buchführung (Bilanzierungspflicht) zu erstellen, dann sollten Sie dies auch nicht tun. Mit einer Einnahmen-Überschuss Rechnung haben Sie in Puncto Buchhaltung und Finanzamt, ein wesentlich einfacheres Leben, als mit der Erstellung einer Bilanz. Für eine EÜR benötigen Sie nicht zwingend einen Steuerberater. Sollten Sie sich dennoch den Rat eines Experten zu Ihrer Situation einholen wollen, finden Sie Rat bei unseren Partnern.