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Digitale Nomaden – Wer sie sind und was sie antreibt

Lieber Abenteuer als einen konventionellen Nine-to-five-Job

Phantastischer Ausblick auf den indischen Ozean, eine immer sonnige Dachterrasse für die täglichen Yogaübungen und jede Menge Zeit. Diese Illusion ist für Connie Biesalski schon lang keine Illusion mehr, sondern Alltag. Auf planetbackpack.de kann jeder das Leben der mittlerweile 32-jährigen live miterleben.  Ihre neue Homebase auf Bali genauso wie Ihre Reisen nach Thailand, Hong Kong oder Indonesien. Wir sehen ihre Suche nach guten veganen Restaurants oder den hippesten Co-Working-Spaces. Connie gehört zu den Digitalen Nomaden. Sie lebt ihren Traum und ist damit nicht allein. So wie sie zieht es jedes Jahr viele überwiegend jungen Menschen auf die Reise, auf der sie völlig ortsunabhängig arbeiten können.

Keinen Bock mehr auf ein konventionelles Leben – Digitale Nomaden wollen Abenteuer

Einen Rucksack mit dem Nötigsten, einen Laptop und ein Smartphone, mehr brauchen die Digitalen Nomaden nicht zum Leben. Mittlerweile haben sie auch ihre eigene Konferenz, die DNX, auf der sich jedes Jahr in Berlin Tausende „Nerds“ treffen, um sich zu vernetzen und auf der Bühne denjenigen zu lauschen, die es geschafft haben, sich ihren Traum zu erfüllen. Sogar ins Kino haben es die Digitalen Nomaden geschafft. Mit großem Erfolg haben Thorsten Kolsch und Tim Jonischkat die bekanntesten Digitalen Nomaden Deutschlands getroffen – und geben einen einmaligen Blick in diese neuartige Bewegung von ortsunabhängigen Freidenkern, die ihr Zuhause gegen Laptop und Strand getauscht haben. Der Film heißt „Digitale Nomaden – Deutschland zieht aus“ und kann derzeit im Kino bewundert werden. Und der zweite Teil ist gerade in Arbeit.

Der Wunsch nach Selbstbestimmung ist Hauptantrieb für die Digitalen Nomaden

Die Digitalen Nomaden haben auch eine eigene „Bibel“. Das Buch heißt „Die 4-Stunden-Woche“ und wurde von Timothy (Tim) Ferris geschrieben. Übersetzt in 35 Sprachen und millionenfach verkauft, ist das Buch zu DEM Standardwerk für ortsunabhängiges Arbeiten avanciert. Tim Ferris redet in seinem Buch von den „neuen Reichen“, zu denen er auch sich selbst zählt. Die neuen Reichen sind Millionäre, ohne Millionen auf dem Konto zu haben. Denn Reichtum wird hier in Erlebnissen gemessen. Das Buch soll dazu animieren, weniger, dafür aber produktiver zu arbeiten. Und vor allem Arbeit zu verrichten, die sich gar nicht nach Arbeit anfühlt.

Den Digitalen Nomaden geht es um ein selbstbestimmtes Leben ohne Konventionen und ohne einen Arbeitsplatz im eigentlichen Sinne. Sie wollen die Welt erkunden, unabhängig sein und trotzdem genug Geld verdienen, damit es zum Leben reicht und im besten Fall noch einiges übrig bleibt.

Wo Licht ist, ist auch Schatten – diese Hürden haben Digitale Nomaden zu bewältigen

So schön wie sich dieses Traumleben auch anhört, Digitale Nomaden sind einigen Herausforderungen ausgesetzt, die man nicht unterschätzen sollte. Was ist zum Beispiel zu tun, wenn unterwegs die Kreditkarte gesperrt wird oder das PayPal-Konto, weil man sich in einem Land befindet, das auf der US-Black-List steht? Ohne Moos nix los. Das gilt auch für Digitale Nomaden. Oder wer als einzige Arbeitsmaterialien seinen Laptop und sein Smartphone braucht, der ist natürlich ganz schön aufgeschmissen, wenn die Technik versagt. Die meisten Digitalen Nomaden zieht es in warme und sonnige Länder. Da hat die Technik schon einiges auszustehen. Und wer dann keine Ersatzladekabel dabei hat, wenn er sich mitten in der Pampa von Myanmar befindet, der hat ein Problem. Also, unbedingt auf die Qualität achten. Einreiseverweigerung und fehlendes WLAN sind weitere Herausforderungen, denen sich so mancher Digitaler Nomade zu stellen hat.

Die Sache mit der Motivation – Hängematte statt Co-Working-Space

Und dann ist da ja noch die Sache mit der Motivation. Ganz ehrlich, stellt euch mal vor, ihr befindet euch auf Bali, vor euch der indische Ozean mit seinem türkisblauen Wasser und dem beruhigenden Wellenrauschen. Oder ihr sitzt in einer Taverne auf Kreta mit direktem Blick auf den Sonnenuntergang im Mittelmeer. Könntet ihr jetzt wirklich produktiv arbeiten? Wer viel unterwegs ist, kann auch viel erleben. Es gibt hinter jeder Ecke viele spannende Welten zu entdecken. Dagegen hilft nur der Einbau von festen Tagesroutinen. Bestimmte Tageszeiten sollten nur für das Business verplant werden. Gestartet wird dabei immer mit der wichtigsten Aufgabe, die man sich am besten bereits am Abend zuvor zurechtlegt.

Fazit

Klar ist, das Leben als Digitaler Nomade ist nichts für jedermann. Für diejenigen, die sich wirklich diesen Lebensstil verordnen – und sei es nur vorübergehend – kann ein solches Leben aber eine Menge Gewinn bringen. Neben einer enormen Eigenmotivation braucht man Durchhaltevermögen und eine gehörige Portion Abenteuerlust. Und nicht zu vergessen, ein digitales Business, das den Lebensstil als Digitaler Nomade finanziert.

Aber Nomade ist halt nicht gleich Nomade. Auch wenn alle Digitale Nomaden zunächst das Streben nach Unabhängigkeit eint, gibt es Unterschiede. Der eine möchte einfach nur ferne Länder entdecken, der andere ist auf der Suche nach sich selbst. Aber gut vorbereitet, bietet der Schritt hin zum Digitalen Nomaden viele Chancen.

 

 

Über Micha

Michael Noetzelmann ist gelernter Diplom-Verwaltungswirt, Projektleiter, Entrepreneur, Freigeist und Autor. Besonders wichtig sind ihm liberale Denkansätze und die breitgefächerten Themenbereiche Erfolg und Freiheit,

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