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Das Auto – auf dem Weg zur Infotainment-Plattform?

Apps und Anwendungen beim Fahren  – eine rechtliche Problematik

Telefonieren am Steuer ist verboten und kann den Führerschein kosten. Als das Handy einst noch bloß zum Telefonieren taugte, war schnell eine Lösung gefunden: die Freisprechanlage. Doch mit dem Siegeszug der Smartphones wandelten sich die mobilen Fernsprechgeräte zu kleinen Hightech-Computern im Hosentaschenformat. Unzählige Apps und Anwendungen haben den Funktionsumfang der Geräte stark erhöht. Daher ist die Versuchung groß, auch während der Fahrt auf sein Smartphone zu schauen und die Programme zu nutzen. Insbesondere Navigationssysteme und Routenplaner können während der Fahrt hilfreich sein. Allerdings ist die Benutzung des Mobiltelefons für den Fahrer verboten. Die Autohersteller arbeiten daher seit einigen Jahren Hand in Hand mit den Smartphone-Produzenten um Schnittstellen zu schaffen, die eine „legale“ Nutzung der Funktionen während der Autofahrt für den Fahrer ermöglichen.

Das Auto als Multifunktionsplattform?

Neben der Verknüpfung von Auto und Handy, könnte ersteres in Zukunft auch als unabhängige Plattform fungieren. Moderne Bordcomputer können sich längst mit dem Internet verbinden und versorgen den Fahrer mit Informationen. Eine Studie des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation und der Managementberatung Horváth & Partners sieht enormes Wachstumspotential für Anwendungen, die während der Fahrt genutzt werden können. Startups, die sich in diesem Bereich bewegen, könnten daher gute Erfolgsaussichten haben. Auch die nötige Zahlungsbereitschaft auf Kundenseite soll gegeben sein. In der Studie wurden 1500 Autofahrer befragt. Rund drei Viertel der Befragten kann sich demnach vorstellen in Zukunft Geld für die Nutzung kostenpflichtiger Anwendungen im Auto zu bezahlen – eine wichtige Grundlage für den möglichen Erfolg solcher Applikationen.

Einheitliches Betriebssystem als Schlüssel zum Erfolg

Bisher torpedieren die Autohersteller eine Entwicklung von Anwendungen, die durch Dritte programmiert wurden. Grund hierfür ist die Tatsache, dass praktisch alle Autos mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Betriebssystemen arbeiten. Eine Vereinheitlichung der technischen Grundlagen würde den Markt öffnen und dazu führen, dass Programme für eine große Nutzerzahl geschrieben werden können. Es bleibt spannend, wie sich dieser Sachverhalt in Zukunft weiter entwickeln wird.

 

Über Timm Schaffner

Timm Schaffner
Timm ist gelernter Betriebswirt und textet seit mittlerweile 4 Jahren für diverse Blogs und Portale. Seit 2016 auch für geschäftliche Kunden mit seiner eigenen Content-Agentur.

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